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Aktienkauf: Wer bekommt eigentlich den „Kaufbetrag“?

Wer bekommt das Geld aus dem Aktienkauf?

Als der Autor dieses Artikels 1985 selbst begann, sich für Aktien zu interessieren, war diese Überschrift genau jene erste Frage, die im Raum stand, und die Antwort darauf war im Grunde eine Art Vorlesung über das Thema Aktien.

Jeder kann legal „Geld drucken“

Bei der Gründung einer Firma steht immer die Frage nach der Rechtsform im Vordergrund. Sie kann entscheidend sein über Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens.

Mit der Personengesellschaft oder GmbH steht auch die Aktiengesellschaft (AG), die übrigens auch von einer Einzelperson gegründet werden kann, zur Disposition. Der formale Aufwand, der in diesem Zusammenhang nicht nur zu Beginn, sondern jedes Jahr zu treiben ist, schreckt aber viele Firmengründer ab.

Wer sich dennoch für die AG entscheidet, ist berechtigt, Aktien im Sinne von „Wertpapieren“ auszugeben. Dieser zunächst einmalige Startprozess wird als Emission bezeichnet und erfolgt unter Federführung einer sogenannten Emissionsbank, die sich der Emittent selbst aussuchen kann.

In Abhängigkeit vom Wert bzw. von der Erfolgsaussicht des jungen Unternehmens legt die Bank den Emissionskurs fest, der meistens über dem sogenannten Nennwert der Aktie liegt.

Der Emittent bzw. die Emissionsbank ist gut beraten, einen guten Zeitpunkt für die Emission zu wählen. Wer solche Vorgänge mal beobachtet hat, wird wissen, dass Emissionen immer vermehrt dann stattfinden, wenn das allgemeine Niveau der Aktienkurse (z. B. DAX) möglichst weit oben angesiedelt ist, dann nämlich besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Bank beim Emissionskurs ziemlich hoch pokern kann.

Während einer Baisse, wenn die „Bären“ die Aktienkurse in Grund und Boden geschlagen haben, kann keine Bank den Emissionskurs angemessen festlegen.

Wie viel Geld erhält die Aktiengesellschaft?

Am Emissionstag werden die Aktien zum von der Emissionsbank festgelegten Emissionskurs sozusagen an die Börsen zur weiteren freien Entfaltung übergeben. Den Aktiennennwert danach zu bestimmen ist gar nicht so einfach.

Die neue Aktiengesellschaft gibt also eine bestimmte Anzahl von Aktien im Sinne von Wertpapieren aus und erhält dafür den von der Bank festgelegten Betrag frischen Geldes.

Danach führen alle Aktien ihr Eigenleben weiter, was nur noch bedingt etwas mit der eigentlichen AG zu tun hat.

Warum schwanken dann überhaupt die Aktienkurse?

Je nach Lage der Wirtschaftsnachrichten wird es immer Optimisten geben, die dem Unternehmen eine gute Entwicklung zutrauen, die vielleicht zu einer Dividendenerhöhung führen könnte. Und diese „zutraulichen“ Menschen sind dann dazu bereit, dieses Wertpapier anderen Aktionären abzukaufen.

Es gilt also auch hier die alte Wirtschaftsweisheit: Die Nachfrage regelt das Angebot. Bei großem Interesse an dieser Aktie können Aktieninhaber immer höhere Preise für ihre Wertpapiere erzielen. Die Börsen vermitteln bzw. makeln lediglich das Geschäft zwischen den aktuellen Aktieneigentümern und jenen Investoren, die gern solche Aktien kaufen möchten.

Die AG hat nun mit dem Hin- und Herverkaufen seiner Aktien an den Weltbörsen eigentlich nichts mehr zu tun. Insofern lautet die Antwort auf die Frage in der Überschrift: Den Kaufbetrag erhält nicht die AG (sie hat ihr Geld schon längst bekommen), sondern ein anderer Aktionär, der sich gerade für den Verkauf seiner Aktien entschieden hat.

Völlig unabhängig davon, ob der Aktienkurs nun gerade steigt oder fällt, die Gewinner des Geschäfts sind auf jeden Fall immer die Depot führenden Banken beider Aktionäre und die Börsen, die jedes Mal Servicegebühren beanspruchen.

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