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Gibt es eigentlich einen Aktien Zinseszinseffekt?

GIbt es einen Aktien ZinseszinseffektUnter einem Zinseszins versteht man die Verzinsung der Zinsen aus einer früheren Periode. Der Zinseszinseffekt ist nicht zu unterschätzen, vermehrt sich ein Geldvermögen durch Zinseszinsen mit der Zeit doch immer schneller. Oft wird er jedoch unterschätzt.

Gerade bei langfristigen Anlagen wirkt sich der Zinseszinseffekt aber besonders stark aus. Man könnte nun meinen, Aktien als Sachvermögen in Form von Anteilsscheinen an einem Unternehmen können sich nicht verzinsen und somit auch keinen Zinseszinseffekt auslösen. Doch ist dem wirklich so? Gibt es einen „Aktien Zinseszinseffekt“?

Wie verdient man an Aktien?

In erster Linie werden mit Aktien Kurserträge durch die schwankenden Aktienkurse erwirtschaftet. Im Aktienkurs spiegelt sich der Wert einer Aktiengesellschaft wider, der im günstigsten Fall von Jahr zu Jahr ansteigt.

Solange sich die Aktien im Depot befinden, sind ihre Kurserträge dort in der Wertentwicklung verzeichnet. Sie beziehen sich immer auf das Verhältnis des aktuellen Bewertungskurses zum ursprünglichen Einstandskurs und können somit positiv oder negativ ausfallen. Tatsächlich realisiert sind Kurserträge jedoch erst dann, wenn die Aktien auch verkauft wurden.

Ein Kursgewinn entsteht, wenn Aktien zu einem höheren Kurs als dem Einstandskurs veräußert werden. Danach kann mit den verkauften Aktien natürlich kein weiterer Kursgewinn mehr erzielt werden. Liegt der Aktienkurs beim Verkauf unter dem Einstandskurs, entsteht ein Kursverlust.

Um möglichst hohe Kursgewinne zu realisieren, kommt es also darauf an, sich zum richtigen Zeitpunkt von seinen Aktien zu trennen. Nicht zu vernachlässigen sind allerdings die Transaktionsgebühren, die je nach Broker unterschiedlich hoch ausfallen und sich bei zahlreichen Aktienkäufen und -verkäufen schnell zu einer erheblichen Summe addieren können.

Kein Zinseszinseffekt bei einer Aktie

Machen wir uns noch einmal klar, was ein Zinseszins ist: Es handelt sich dabei um Zinsen, die sich stetig erhöhen, da auch die in der Vergangenheit erzielten Zinsen immer weiter verzinst werden. Nach einigen Jahren kann es soweit sein, dass die Zinsen das stetig gleich eingezahlte Kapital überragt.

Dieses geschieht automatisch. Die erzielten Zinsen werden monatlich, quartalsweise oder oft auf jährlich automatisch dem Guthaben gutgeschrieben. Nach dem nächsten Zeitabschnitt werden die Zinsen dann auf das Gesamtvermögen (Einzahlung inkl. Zinsen aus dem Vorzeitraum) berechnet.

Aktien schütten nichts aus, was automatisch reinvestiert wird. Bei Aktienfonds kann das anders sein. Das Stichwort lautet hier Thesaurierung. Ausschüttungen werden bei thesaurierenden Fonds sofort wieder angelegt. Als Anleger erhält man dann automatisch entsprechend mehr Anteile über die Zeit.

Dividenden statt Zinsen

Neben Kurserträgen können mit einigen Aktien jedoch auch Dividenden erzielt werden. Als Dividende bezeichnet man die Gewinnausschüttung der Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre. Ihre Höhe richtet sich nach dem erwirtschafteten Jahresgewinn und wird unabhängig vom Kurs der Aktie auf der jährlichen Hauptversammlung der Aktiengesellschaft beschlossen.

Eine Dividende kommt den Zinsen auf eine Geldanlage daher sehr nahe. Manche Unternehmen bieten ihren Aktionären auch eine Dividende in Form von weiteren Aktien an.

Diese zusätzlichen Aktien würden im folgenden Jahr natürlich ebenfalls dividendenberechtigt sein, was einem Zinseszinseffekt gleichkommt.

Selbst wenn die Ausschüttungen nicht automatisch wiederangelegt werden, kann man immer noch manuell beim Broker des Vertrauens nachkaufen. Das nötigt allerdings eine gute Portion Aktionär-Disziplin ab.

Denn: Wer einmal einige hundert oder tausend Euro auf dem Konto zusätzlich „über“ hat, muss sich schon mal einen Ruck geben, diese nicht in den Innenstädten sondern direkt wieder an der Börse zu investieren.

Fazit:

Wer in seinem Depot Aktien von Gewinn ausschüttenden Unternehmen hält, kann sich durch die regelmäßige Wiederanlage der Dividenden auch mit Aktien einen attraktiven Zinseszinseffekt erarbeiten.

Bestes Beispiel dafür ist Anne Scheiber, die sich mit dieser Anlagestrategie ein Millionenvermögen aufgebaut hat.

Tipp zum Schluss: Da jedoch auch Wiederanlagen von Dividenden vom Broker mit Transaktionskosten belastet werden, kann es in kleineren Depots günstiger sein, nicht jede Dividende einzeln, sondern lieber die Summe aller Dividenden einmal jährlich wieder anzulegen.
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