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Warum Unternehmen Aktien zurückkaufen!

Aktien zurückkaufen - wann sinnvoll?

Weltweit gibt es inzwischen viele verschiedene Unternehmen, die an die Börse gegangen sind. Im Rahmen eines Börsengangs haben sie Aktien verkauft und Kapital eingesammelt. Geht ein Unternehmen an die Börse, wird das in den Medien in der Regel thematisiert. In den vergangenen Jahren kam es allerdings häufiger auch zum umgekehrten Fall, der in den Medien weniger erwähnt wurde.

Aktiengesellschaften haben nämlich auch die Möglichkeit, ausgegebene Aktien zurückzukaufen.

Der Aktienrückkauf, um den es im nachfolgenden Artikel geht, hat enorme Auswirkungen für die Anteilseigner und den Kurs der Aktie. Warum aber kaufen Unternehmen eigentlich ihre eigenen Aktien zurück? Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es nicht genug Interessenten für die Aktien gibt. Schaut man sich die Gründe für Aktienrückkäufe jedoch genauer an, wird schnell klar, dass es sich dabei um ein interessantes geschäftspolitisches Instrument handelt.

Warum kaufen Unternehmen Aktien zurück?

Ein Aktienrückkauf kann viele verschiedene Gründe haben.

Häufig erwerben Aktiengesellschaften ihre eigenen Aktien mit dem Ziel zurück, sie  bei zukünftigen Übernahmen oder Käufen einzusetzen . Im Rahmen von Unternehmensübernahmen wird nämlich häufig mit Aktien gezahlt. Als bekanntes Beispiel kann hier die Übernahme von WhatsApp durch Facebook angeführt werden. Ein Teil des Kaufbetrages wurde durch Aktien beglichen.

Ein weiteres Motiv, Aktien zurückzukaufen, besteht darin, sich als Unternehmen  vor feindlichen Übernahmen oder großen Investoren zu schützen . Es gibt nämlich beispielsweise Investoren, die gezielt Aktien von Unternehmen kaufen, um einen großen Einfluss ausüben zu können. Mit dem Rückkauf eigener Aktien sichert sich ein Unternehmen nachhaltig den größten Einfluss.

Singal für KapitalmarktDer Rückkauf eigener Aktien ist aber vor allem auch ein Signal an den Kapitalmarkt. Unternehmen kaufen häufig dann Aktien zurück, wenn die Papiere am Markt unterbewertet sind, also nicht dem Nennwert entsprechen. Durch den Aktienrückkauf lässt sich der Kurs anheben. Davon profitieren schließlich auch die Aktionäre.

Ein höherer Kurs bedeutet nämlich letztlich, dass der eigene Gewinn pro Aktie steigt. Auch die Dividende lässt sich durch einen Aktienrückkauf erhöhen. Die Aktiengesellschaft kann den erzielten Unternehmensgewinn nämlich auf weniger Aktien aufteilen. Die Dividende, die pro Aktie ausgeschüttet wird, ist somit höher.

Der Rückkauf von Aktien sorgt also dafür, dass die Aktien für Anleger insgesamt attraktiver werden. Eine Ankündigung kann schon einmal den Aktienkurs erheblich beeinflussen.

Aktienrückkäufe sind nicht unumstritten

Aktiengesellschaften haben durch den Rückkauf eigener Anteilsscheine ein mächtiges Instrument, um den eigenen Unternehmenswert zu steigern. Dieses Instrument wird von einigen Experten jedoch kritisiert. Schließlich wird das Unternehmen durch den Rückkauf von Aktien künstlich wertvoller.

Weiterhin benötigt eine Aktiengesellschaft für den Rückkauf viel Kapital. Dieses Kapital fließt aus dem Unternehmen und kann nicht für Investitionen in die Zukunft genutzt werden.

In der Praxis zeigt sich allerdings immer wieder, dass Aktienrückkäufe einem Unternehmen nicht nachhaltig geschadet haben und eine gute Möglichkeit sind, die Bewertung des eigenen Unternehmens zu erhöhen. Die Kritik ist daher in vielen Fällen unberechtigt.

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