≡ Menu

Können alle Aktien an der Börse gehandelt werden?

Sind alle Aktien an der Börse handelbar?

Verbraucher verbinden mit einer Aktiengesellschaft zumeist ein Unternehmen, dessen Papiere an der Börse gehandelt werden. Tatsächlich ist ein sehr großer Teil der Aktien ausgebenden Kapitalgesellschaften tatsächlich an öffentlichen Börsen handelbar.

Daneben gibt es aber auch Aktiengesellschaften, die nicht börsennotiert sind. Somit gibt es eindeutig Aktiengesellschaften, deren Anteilsscheine nicht an der Börse gehandelt werden. Dafür kommen sogar unterschiedliche Formen infrage.

Aktiengesellschaften mit feststehenden Anteilseignern

Nicht an der Börse gehandelt werden die Papiere der Aktiengesellschaften mit feststehenden Eignern.

Alle Unternehmen an der Börse handelbar?Die entsprechenden Aktien sind entweder dauerhaft im Besitz eines begrenzten Kreises von Investoren oder können von ihren Besitzern ausschließlich an die Gesellschaft zurückgegeben werden.

Im zweiten Fall ähneln die Besitzverhältnisse einer Genossenschaft, wobei der Unterschied in den Stimmrechtsverhältnissen liegt. Auch bei einer Aktiengesellschaft mit nicht frei handelbaren Aktien repräsentiert üblicherweise eine Aktie eine Stimme in der Hauptversammlung.

Prominentes Beispiel: Bahn AG

Bei Genossenschaften orientiert sich die Stimmrechtsverteilung hingegen an der Person und nicht an den gehaltenen Anteilen. Eines der größten Unternehmen, dessen Aktien alle im Besitz eines einzigen Anlegers sind, stellt die Deutsche Bahn AG dar.

Ihr Anteilseigner ist ausschließlich die Bundesrepublik Deutschland. Die entsprechenden Papiere können also von Anfang an nur für einen bestimmten Anlegerkreis definiert gewesen sein.

Aufgabe der Notierung an der Börse

Ebenso besteht die Möglichkeit, dass eine ehemals an der Börse notierte Aktiengesellschaft die Börsennotierung aufgibt, nachdem ein Mehrheitsgesellschafter nahezu alle Anteile erworben hat.

In diesem Fall kann er den Handel der Aktien stoppen, muss dann aber die verbliebenen Aktienbesitzer entschädigen und wird zum Alleinbesitzer der Aktiengesellschaft.

Dieser Vorgang ist häufig mit einer Änderung der Rechtsform verbunden. Falls diese unterbleibt, entsteht eine „weitere“ Aktiengesellschaft, deren Papiere nicht an der Börse gehandelt werden.

Aktien mit außerbörslichem Handel

Von den nicht oder nur an die jeweilige Gesellschaft zurückzugebenden Aktien müssen Papiere unterschieden werden, bei denen der ausschließlich außerbörsliche Handel zulässig ist.

Die entsprechenden Anteilsscheine lassen sich auf dem außerbörslichen Markt jederzeit kaufen und bei Bedarf auch wieder verkaufen.

Gegenüber an der Börse gehandelten Aktien sind sie jedoch oft mit größeren Risiken behaftet, zumal so gut wie keine Kontrolle stattfindet. Diese Aktien bilden einen Teil des sogenannten Grauen Kapitalmarktes.

Unsere Empfehlung: Bevor man in den außerbörslichen Handel einsteigt, sollte man sich zunächst sicher an der Börse bewegen können. Erst danach kann der zweite Schritt erfolgen.

Die kleine Aktiengesellschaft

Die kleine Aktiengesellschaft ist dem Gesetz nach keine eigenständige Rechtsform, sondern eine Variante der AG. Sie ist kleinen und mittleren Unternehmen vorbehalten und mit vereinfachten Publizitätspflichten ausgestattet.

Zudem ist sie ausdrücklich nicht börsennotiert. Ob ihre Aktien außerbörslich gehandelt oder nur an die Gesellschaft zurückgegeben werden können, hängt von der Satzung der jeweiligen Gesellschaft ab. Diese ist insoweit entscheidend.

Festhalten lässt sich insoweit: nein, nicht alle Aktien werden an der Börse gehandelt. Es gibt durchaus unterschiede, wenngleich Unternehmer, die sich für die Gründungsform einer AG entscheiden, oft den Handel mit Anteilen ihres Unternehmens an der Börse im Blick haben dürften.

Schließlich verschaffen sich die Unternehmen auf diesem Weg Kapital, das in die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftszweige fließen kann.

{ 0 comments… add one }

Leave a Comment