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An welcher Börse soll und kann ich als Privatmann Aktien günstig kaufen?

Frontansicht der New Yorker Börse

Wer daran denkt, neben dem guten alten Sparbuch, Geld auch an der Börse anzulegen, sollte im Vorfeld ein paar Fragen für sich klären. Eine der vielen Fragen ist hierbei: An welcher Börse soll ein Privatmensch Aktien kaufen?

Bei in der Regel allen deutschen großen und bekannten Brokern, hat man die Möglichkeit, den gewünschten Handelsplatz selbst auszuwählen. Dort werden die Papiere dann auf Wunsch gekauft. Auswahlkriterien sind regelmäßig das Angebot, der Preis und die Kosten.

Theoretisch weltweiter Kauf möglich

Aktien großer Konzerne werden international gehandelt, so dass man etwa Aktien der Deutschen Bank an allen wichtigen Handelsplätzen der Welt erwerben kann. Da die Leser dieses Artikels indes vermutlich im deutschsprachigen Raum leben, zunächst zu den hiesigen Börsen.

Prinzipiell ist es egal, an welcher Börse man Aktien kauft: Aktien sind ein sogenanntes „homogenes Gut“, was bedeutet, dass sie, anders als etwa Lebensmittel, eigentlich an jedem Ort der Welt zum fast gleichen Kurs gehandelt werden.

Entscheidend sind die Kosten pro Transaktion

Alerdings kann es durchaus Unterschiede bezüglich der Kosten pro Handelsaktion geben.

Eine der bekanntesten und oft auch günstigsten Börsen ist die XETRA. Knapp 90% aller Transaktionen innerhalb von Deutschland sollen hier täglich abgewickelt werden.

Worum handelt es sich bei der XETRA Börse? Es handelt sich dabei um ein elektronisches Handelssystem der Deutsche Börse AG. Akitenpapiere können hier in Sekundenschnelle per Mausklick gehandelt werden.

Alternativ kann man in Deutschland an den folgenden Handelsplätzen handeln (Quelle: Wikipedia):

  • Börse Berlin
  • Börse Düsseldorf
  • Frankfurter Wertpapierbörse
  • Hamburger Börse
  • Börse Hannover
  • Börse München
  • Börse Stuttgart
  • Tradegate Exchange, Berlin
  • European Energy Exchange, Leipzig

Wo die Aktie konkret gehandelt werden kann, bestimmt sich nach den von den jeweiligen Brokern, die auch das Depot führen, angebotenen Plätzen. In der Regel werden die Kosten für den jeweiligen Börsenplatz grafisch sofort dargestellt.

Im Folgenden etwa haben wir uns zum Kauf einer Aktie der Deutschen Telekom AG in der Depot-Verwaltung der ING-Diba durchgeklickt:

Kosten für Aktienkauf

Übersicht der Börsen für einen Kauf einer Aktie der Deutschen Telekom AG

Der jeweils günstigste Kaufpreis ist dort immer organge gut erkennbar markiert.

Preisbeispiel für einen Kauf über die Frankfurter Börse (Parkett)

Die Börse Frankfurt erhebt ein sogenanntes Börsenentgelt. Es beträgt bei Aktien 0,06%, mindestens 3 Euro, bei Fonds 0,077%, mind. 0,60 Euro und bei Zertifikaten/Hebelprodukten 0,113%, max. jedoch 17,99 Euro.

Hinzu kommen unabhängig von der jeweiligen Börse die entsprechenden Gebühren des Brokers/der Bank. Somit lässt sich festhalten, dass sich ein Kauf nur einer Aktie im Wert einer Telekomaktie im Wert von 16,80 Euro (im März 2015) kaum lohnen dürfte.

Die Gebühren dürften summiert gut 80% des Wertes auffressen. Anders sieht es hingegen bei Zukäufen in einem Wert von etwa ab 1-2.000 Euro aus. Hier stellen die einmaligen Kaufgebühren einen prozentualen nur sehr kleinen Teil dar.

An ausländischen Börsen handeln

Wer an einer ausländischen Börse kauft, mag schnell auf den Gedanken kommen, dass zumindest kurzzeitig die Kurse unterschiedlich ausfallen könnten, da im einen Land noch gehandelt wird, während in einem anderen Land längst die Börse geschlossen hat. Dies ist durchaus richtig.

Das so entstehende Geschäft wird als Abitrage bezeichnet, lohnt jedoch nur bei sehr hohen Einlagen (in Folge der Gebühren und der sehr geringen Differenzen) und ist zudem Tummelplatz von professionellen Hochfrequenz-Händlern, welche ohnehin stetig den Aktienmarkt und seriöse Geschäfte an den Börsen „bedrohen“.

Den Vorteil von technischem Equipment genießen allerdings auch hierzulande die Profis. Als Privatanleger dürfte man es bei extrem kurzfristigen Geschäften äußerst schwer haben.

Eine weitere Chance, aber auch ein zusätzliches Risiko, liegt darin, dass man an einer fremden Börse auch mit einer fremden Währung agiert. Man unterliegt also dem Risiko, dass Gewinne durch schwankende Devisenkurse zu Verlusten werden und muss sich zudem nicht nur mit Aktien sondern auch noch mit Währungskursen und deren Wirkungen auskennen.

Für die meisten Menschen ist es vermutlich sinnvoller und letztlich lukrativer, sich einem Fonds anzuschließen als selbst als Einzelkämpfer an der Börse aktiv zu werden, – ganz gleich an welcher Börse.

{ 2 comments… add one }
  • Thomas 5. August 2015, 11:19

    Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Informationen. Insbesondere, wenn man als Anfänger an das Thema Aktien geht, sollte man sich unbedingt ausgiebig informieren.

    • Chef 6. August 2015, 15:23

      Danke Thomas für die netten Worte, wir vermuten aber leider SPAM und haben deshalb die URL entfernt. Vielleicht beschäftigst du dich das nächste mal wirklich mit dem Artikel und postest auch wirklich Mehrwert 😉

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