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Standard für Depots: Girosammelverwahrung als Art der Depotführung

Steigende Kurse dank Depot?

Das klassische Depot wird üblicherweise im Rahmen der Girosammelverwahrung geführt. Soweit so gut. Aber was ist das eigentlich genau? Darüber soll dieser Beitrag aufklären. Wichtig ist zunächst zu verstehen, dass bei dieser Art der Verwahrung Wertpapiere verschiedener Kunden gemeinsam in einem Girosammeldepot verwahrt werden.

Diese Wertpapiere werden auch als Sammel- oder Globalurkunden bezeichnet, da ausschließlich eine Urkunde den gesamten Deckungsbestand bei der jeweiligen Bank dokumentiert. Jeder Depotkunde wird demnach Anteilseigner nach Bruchteilen entsprechend dem Wert der von ihm hinterlegten Effekten.

Der Sammelurkundenbegriff ist in § 9a DepotG geregelt. Eine Sammelurkunde verbrieft als Wertpapier mehrere Rechte. Diese können jedes für sich in vertretbaren Wertpapieren ein und derselben Gattung verbrieft sein. Eine Sammelurkunde verbrieft ganz oder teilweise eine Wertpapieremission.

Miteigentumsanteil als Besonderheit

Der Miteigentumsanteil der einzelnen Wertpapierinhaber entsteht gemäß § 6 DepotG. Das Einzeleigentum an den Wertpapieren geht in dem Moment der Girosammelverwahrung und dem Erwerb der Miteigentumsanteile unter. Die Umwandlung von Alleineigentum in Miteigentum erfolgt weder durch Vertrag, noch durch Vermischung, sondern durch Gesetz.

Der Miteigentumsanteil an dem Sammeldepot entsteht in dem Moment der Wertpapierhinterlegung, das heißt untechnisch ausgedrückt zum Zeitpunkt des Kaufs einer Aktie.

Jeder der Miteigentümer hat einen Herausgabeanspruch an den einzelnen Stücken der Wertpapiergattung, da Gattungsware untereinander austauschbar ist.

Effektivere Abwicklung mit gutem Schutz

Der hinterlegende Kunde muss die Ermächtigung zur Girosammelverwahrung ausdrücklich erteilen und ist berechtigt, jederzeit ohne Zustimmung der Anteilseigner die Sammelurkunde durch einzelne Urkunden und umgekehrt zu ersetzen. Eine hinterlegte Sammelurkunde entfaltet die gleiche Rechtswirkung wie eine gleiche Anzahl hinterlegter effektiver Wertpapierurkunden.

Durch die Sammelverwahrung verlieren die Wertpapiere den ursprünglichen Charakter von Inhaberpapieren, da sich das Alleineigentum in einen Miteigentumsanteil am gesamten Girosammeldepot verwandelt.

Girosammelverwahrung und die Hauptversammlung

Die Aktionäre üben auf der Hauptversammlung ihr Stimmrecht nicht mehr durch Vorlage ihrer Aktien aus, sondern durch die Hinterlegungsbescheinigung des depotführenden Institutes.

Einige Wochen vor einer jeweiligen Versammlung erhält man als Aktionär ein Schreiben, dass den jeweiligen Berechtigten als Aktionär mit einer entsprechenden Stimmanzahl ausweist.

Aktienkauf und -verkauf in der Praxis

Die Kunden erhalten über jede Transaktion einen Buchungsbeleg von ihrer Bank. Im Rahmen des Online-Bankings werden die erworbenen Werpapiere in der Regel sofort als gekauft oder verkauft im „virtuellen Depot“ angezeigt.

Girosammelverwahrung läuft digital per ComputerDie Girosammelverwahrung erfolgt in der Regel bei Wertpapieren, die im regulierten Finanzmarkt notiert und gehandelt werden. Sie erleichtert insgesamt den Kauf und Verkauf der hinterlegten Wertpapiere, da keine physische Übergabe erfolgt, sondern ausschließlich Umbuchungen in den Depots.

Die Bank berechnet für die Effektenverwahrung Gebühren für die Durchführung von Verwaltungsaufgaben. Diese Gebühren sind nach dem Wert des Depots oder der jeweiligen Order gestaffelt. Wertpapiere in Girosammelverwahrung sind erheblich preiswerter als Streifbandstücke, da sie nicht real in einem Tresor hinterlegt, sondern ausschließlich digital verwaltet werden. Dennoch lohnt sich natürlich ein Depot Vergleich.

Zum Jahresende erstellt die Bank einen Depotauszug mit einer Auflistung sämtlicher im Depot verzeichneten Wertpapiere und ihrem aktuellen Wert (zum Stichtag). Ferner erfolgen eine Erträgnisaufstellung hinsichtlich der Kapitalerträge und eine Steuerbescheinigung über die abgeführten Steuern aus Dividenden und Zinsen.

Fazit zur Sammelverwahrung

Wer heute von „meinem Depot bei meinem Broker“ spricht, meint in der Regel die dortige Girosammelverwahrung. Echte Aktienurkunden werden kaum mehr herausgegeben. Heute ist es den allermeisten am Markt tätigen Investoren und Spekulanten wichtiger schnell und günstig handeln zu können.

Müsste dafür bei jeder Transaktion echtes Papier den Inhaber wechseln, würde eine einzelne Transaktion ganz schön Zeit in Anspruch nehmen. Dieses versucht man mit der Girosammelverwahrung zu vermeiden – unter gleichzeitiger Beibehaltung der Vorteile, die dadurch entstehen, dass man als Aktionär dennoch Miteigentümer am Gesamteigentum wird. Anders als beim Abderdepot gehören diese Werpapiere nicht zur Insolvenzmasse einer Bank.

Man erhält eben keine Forderung gegen die Bank (außer Herausgabe) sondern ist „vollwertiger“ Eigentümer.

{ 1 Kommentar… add one }
  • Christoph Kupke 21. März 2018, 17:24

    Hat diese Verwahrung eine Nummer ,zb.004 oder 003,usw

Meine Meinung