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Mit Aktien Geld verdienen!? Wie & Woraus ergibt sich der Aktiengewinn?

Aktiengewinne: wie lassen sie sich berechnen?

„Hast du Geld über? Dann würde ich es an der Börse in Aktien und anderen Wertpapieren anlegen.“ Diesen Satz hört man im Bekanntenkreis vielleicht oft. Natürlich lässt sich mit Aktien Geld verdienen. Es gibt viele, die mit ihnen reich geworden sind.

Doch wenn es wirklich so einfach wäre, würde man nur noch Millionäre als Nachbarn grüßen dürfen.

In diesem Artikel möchten wir klären, woraus sich eigentlich genau der Gewinn einer Aktie ergibt – wenn denn der Aktiengewinn überhaupt erfolgreich auf dem Verrechnugnskonto verbucht wurde.

Grundidee: Aktionär ist Teilhaber des Unternehmens

Jede Aktie ist das Anteilseigentum an dem Unternehmen, der Aktiengesellschaft, kurz AG. Der Aktieninhaber, also der Besitzer von einer oder mehreren Aktien, wird als Aktionär bezeichnet.

Die Aktiengesellschaft entscheidet bei ihrer Gründung, wie viel Aktien herausgegeben werden, in wie viel Aktien das Grundkapital somit aufgeteilt wird. Viele, jedoch keineswegs alle, Aktien werden an der Aktienbörse gehandelt. Die jeweilige Unternehmensführung entscheidet, ob der Kreis der Aktionäre begrenzt bleibt, oder ob die Aktiengesellschaft, wie es heißt, an der Börse notiert werden soll. Dazu muss nach dem Aktiengesetz eine Vielzahl an Voraussetzungen erfüllt sein.

Wer Aktien von beispielsweise einem Dutzend verschiedenen Firmen hat beziehungsweise hält, der ist als Aktionär Mitinhaber dieser zwölf AGs. Das könnte zum Beispiel die Deutsche Telekom AG, adidas AG oder die RWE AG sein.

Dieses Aktien-Wissen ist Grundvoraussetzung um die folgenden Ausführungen vor diesem Hintergrund richtig verstehen zu können.

Wann wirft eine Aktie Gewinn ab?

Woraus genau sich der Gewinn – aber auch, man kann es leider nicht oft genug sagen, der Verlust, beim Aktienhandel ergibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Entscheident ist letzten Endes immer, wann man eine Aktie gekauft hat, und wann man sie verkauft hat. Vereinfach gesagt: War man Teilhaber des betreffenden Unternehmens in guten und wirtschaftlich starken Phasen, oder hat man eine Aktie immer nur genau dann besessen, wenn es schlecht lief?

Aktien werden gekauft und verkauft, um sowohl an den Aktien selbst als auch mit dem Handel von ihnen Geld zu verdienen. Das ist auf zweierlei Art und Weise möglich. An den Aktien wird mit den Dividendenausschüttungen verdient, und mit den Aktien am womöglich vorhandenen Kursgewinn.

Ertrag beim Verkauf zu höherem Preis als Einkaufspreis

Die „bekannteste“ Art, Geld an der Börse mit Aktien zu verdienen ist die Vorgehensweise eines klassischen Kaufmanns. Man kauft „Waren“, hier die Aktien, ein und verkauft sie etwas später zu einem idealerweise höherem Preis. Es handelt sich um das klassische Prinzip des Angebots und Nachfrage.

Gefülltes Portemonnaie: mit Aktiengewinnen?Einfluss nehmen kann der Aktionär nur auf seinen eigenen Aktienbestand im Aktiendepot. Er entscheidet eigenverantwortlich über den An- und Verkauf von Aktien, indem er selbstständig mit ihnen handelt. Das ist das eigentliche Salz in der Suppe, um mit den Aktien Geld zu verdienen.

Der Aktienwert wird durch den tagesaktuellen Kurswert bestimmt. Dieser Kurswert bestimmt den Preis, zu dem eine Aktie aktuell gehandelt wird. Kurssteigerungen sind vereinfacht gesagt gleichbedeutend mit einem Geldverdienen an Aktien.

Ausschlaggebend ist die Auswahl der richtigen Aktien sowie der genau passende Zeitpunkt für deren An- und Verkauf. Das Traden, zu Deutsch der Handel an den Finanzmärkten, zu denen auch die Börse gehört, beginnt mit dem Kauf von Aktien.

Der Aktionär geht davon aus und ist zuversichtlich, dass der Aktienkurs in den kommenden Tagen oder Wochen steigt. Kompliziertere Gestaltungen, etwa dass man auch auf fallende Kurse wetten kann, wollen wir an dieser Stelle bewusst nicht vertiefend darstellen.

Nun hat man als Privatanleger keinen unmittelbaren Einfluss auf die Kursentwicklung der Aktie. Man kann allenfalls mit „Können„, Geschick und Erfahrung sein Aktiendepot so bestücken, dass Kursschwankungen innerhalb der Aktien verschiedener Unternehmen ausgeglichen werden und sich unterm Strich tagesaktuell immer ein rechnerischer Kursgewinn ergibt.

Das Wort „rechnerisch“ bekommt in diesem Zusammenhang eine gewichtige Bedeutung. Denn nur weil der Kurswert einer Aktie gestiegen ist, heißt das noch lange nicht, dass dieser auch „realisiert“ ist, dass heißt tatsächlich zugeflossen und auf dem Verrechnungskonto zur Abhebung verbucht ist.

Der Aktienbestand kann erst durch den Aktienverkauf zu Geld gemacht werden. Alternativ bleiben die Aktien dann im Depot, wenn man von weiter steigenden Ankaufspreisen ausgeht. Gerade hier versagen aber oft Privatanleger. Wenn eine Entwicklung steil und toll nach oben zeigt, wird man oft hoffen, dass diese Entwicklung sich so auch in der Zukunft fortsetzt.

Natürlich könnte es tatsächlich der Fall sein, dass man durch die längere Haltedauer noch mehr Geld an der Aktie verdient. Genauso kann jedoch auch auch ein anderer Trend einsetzen, der Verluste anhäuft. Psychisch ist es oft nicht leicht, sich dann auch wirklich von diesem Wert zu trennen.

Deshalb gilt: Wer mit Aktien Geld verdienen möchte, sollte versuchen nicht unbedingt mit übermäßigen Emotionen eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung zu treffen. Die perfekten Zeitpunkt wird man ohnehin mit sehr hoher Wahrscheinlich nie erreichen.

Wenngleich beim Traden viel von Psychologie gesprochen wird, so handelt es sich letztendlich um eine nüchtere Güteabwägung von Zahlen, Daten und Fakten. Der entscheidungsfreudige Aktionär kann im richtigen Moment durchaus viel Geld verdienen. Oftmals muss er auch etwas wagen, um zu gewinnen.

Tipp: Überlegungen, wie die anderen Markteilnehmer in welcher Situation reagieren könnten lohnen sich immer. Letzten Endes, da wiederholen wir uns gerne, handelt es sich um ein Spiel mit Angebot und Nachfrage. Solide wirtschaftende Unternehmen liefern sicher gute Argumente für einen Kauf eben dieser AG, jedoch hängt der tatsächliche Preis letzten Endes davon ab, ob auch andere Marktteilnehmer dieses so sehen.

Gewinnausschüttungen in Form von Dividendenzahlungen

Auch wenn die allermeisten Menschen beim Thema Aktien-Handel wahrscheinlich die Kurse bei Ankauf und Verkauf im Blick haben, darf man einen ganz wichtigen Renditefaktor nie aus den Augen lassen. Gemeint ist die Dividendenrendite.

Viele Unternehmen, die erfolgreich in ihrem Gebiet tätig sind, lassen ihre Teilhaber in Form von jährlichen, halbjährlichen oder gar quartalsweisen Dividendenzahlungen an diesem Erfolg teilhaben. Dividende meint also die Bar-Ausschüttung an jeden Aktionär zu einem gewissen Stichtag.

Auf das Geld verdienen mit der Dividende hat der einzelne Aktionär so gut wie keinen Einfluss. Die Auszahlung respektive Ausschüttung der Dividende richtet sich weitgehend nach dem Geschäftsergebnis des Unternehmens. Im Benehmen mit dem Aufsichtsrat empfiehlt der Vorstand den Aktionären in der Hauptversammlung, ob und wenn, in welcher Höhe je Aktie eine Dividende gezahlt wird.

Dieser Vorschlag wird sachlich begründet und in aller Regel von den Aktionären so akzeptiert. Der Verdienst mit einer Dividende an der einzelnen Aktie wird als Dividendenrendite bezeichnet. Sie bezeichnet die prozentuale Relation zwischen der Dividende und dem darauf bezogenen Kurswert der Aktie.

Eine Dividende von drei Euro ist bei einem Aktienkurswert von sechzig Euro deutlich höher als bei einem Kurswert von hundert Euro. Ein Entscheidungskriterium für die richtige Aktie ist also die Aussicht auf eine regelmäßige Dividendenausschüttung.

Langfristig orientierte konservative Anleger achten nicht selten ganz besonders auf die Dividendenmarke einer Aktie. Schließlich handelt es sich die Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Eine stetig Jahr für Jahr erhöhte Rendite lässt jedes Anlegerherz höher schlagen. Eine schöne Übersicht an aktuellen Dividendenrenditen gibt es etwa bei boerse.de.

Beispielrechnungen zur Gewinn-/Verlust Ermittlung

Werden wir konkret. Anfangen wollen wir mit einem klassischen Handelsgeschäft mit einem Gewinn aus dem Verkauf. Angenommen wir kaufen 1 Aktie der XY-AG zum Preis von 10 Euro am 01.01.2015. Diese Aktie verkaufen wir am 01.06.2015, also ein halbes Jahr später zum Preis von 15 Euro an der Börse.

  • Kauf: 10 Euro
  • Verkauf: 15 Euro
  • ===
  • Gewinn: 5 Euro

Außen vor gelassen sind bei dieser Rechnung natürlich etwaige Gebühren für den Kauf und Verkauf der Aktie beim Broker (Depotanbieter) sowie Gebühren der jeweiligen Börse.

Bleiben wir beim gleichen Beispiel oben, nehmen jedoch zusätzlich an, am 01.03.2015 hätte eine Hauptversammlung statt gefunden und es sei eine Dividenausschüttung von 4% beschlossen worden. Der Kurs hätte zu diesem Zeitpunkt jedoch 14 Euro betragen. Dann käme es zu folgender Rechnung:

  • Kauf: 10 Euro
  • Dividende: 0,56 Euro
  • Verkauf: 15 Euro
  • ===
  • Gewinn: 5,56 Euro

Wenn man nun 1000 Aktien, statt einer Einzelaktie besessen hätte, könnte man den erzielten Ertrag mit 1000 multiplizieren. Der Gewinn hätte 5.560 Euro betragen. Als Anfangskapital wären am 01.01.2015 jedoch 10 Euro * 1000 Stück = 10.000 Euro eingesetzt worden.

Hätte man die Aktie über Jahre hinweg gehalten, wären unter Umständen Jahr für Jahr Dividenden angefallen. Die Wirkung dieser Zahlung auf die Gesamtrendite ist nicht zu unterschätzen. Sie können auch kurzfristige Kurseinbrüche angenehm abfedern. Ferner muss man bei alledem natürlich zusätzlich die Steuer auf Kapitalerträge berücksichtigen.

Fazit: Rechnung muss Kurs- und Dividendeneinnahmen berücksichtigen

Was möchten wir mit diesem Artikel näher bringen? Weit verbreitet ist die Meinung, dass sich der Erfolg einer Aktienanlage nur durch einen möglich günstigen Kauf- und einen möglichst hohen Verkaufspreis bestimmt. Sicher ist da etwas dran.

Aber die Dividenden sind in keinem Fall zu unterschätzen. Langjährige Aktionäre eines starken Unternehmens werden durch die regelmäßigen Zuflüsse für ihre Treue belohnt. Das eingesetzte Kapital wird oft überdurchschnittlich (im Vergleich zu Sichteinlage-Konten wie Sparbuch & Co.) verzinst.

Den Effekt von Zinseszins bekommen insbesondere Inhaber von thesaurierenden Fonds zu spüren. Hierbei werden die Auszahlungen automatisch in neue Anteile wieder angelegt. Private Aktionäre einer einzelnen AG müssten diese Wiederanlage manuell durch einen erneuten Kauf mit Hilfe des ausgezahlten Kapitals selbst vornehmen.

Das heißt aber nicht, dass man das auch wirklich muss. Vielmehr kann man sich auch einfach über das mit Aktien verdiente Geld freuen und sich mit dem Aktiengewinn einfach mal gut Essen gehen!

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