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Braucht man zum Depot immer ein Verrechnungskonto?

Rechnen mit Verrechnungskonto

Bei der ersten Eröffnung eines neuen Depots liest man in den Unterlagen des Öfteren von einem sogenannten Verrechnungskonto. Kann man dieses eigentlich „Weglassen“ oder braucht man vielmehr zum Depot immer ein dazugehöriges Verrechnungskonto? Zu dieser Frage möchten wir in diesem Beitrag Aufschluss geben.

Verrechnungskonto – was ist das?

Schon dem Namen „Verrechnungskonto“ kann man entnehmen dass es um Verrechnung von Zahlungsströmen geht. Das ist die Hauptaufgabe eines Verrechnungskontos.

Auf dem Verrechnungskonto werden Zu- und Abflüsse aus Aktiengeschäften gutgeschrieben.

Beispiel: Beim Kauf von einer Telekom Aktie zu 10 Euro fließen vom Verrechnungskonto 10 Euro ab – in genau eine Aktie zum Preis von 10 Euro, die dann im Depot im Wege der Girosammelverwahrung verzeichnet wird.

Wird die eine Aktie zum Preis von 15 Euro verkauft, werden dem Verrechnungskonto genau diese 15 Euro gutgeschrieben.

Dieses einfache Beispiel berücksichtigt nicht die Transaktionskosten, also die Gebühren, die der Broker für das Handeln mit den Aktien verlangt.

Unabdingbar für das Privatdepot

Ohne zum Depot gehörige Verrechnungskonten wäre man als Bankkunde aufgeschmissen. Denn irgendwo her muss das Geld zur Anlage in die Wertpapiere natürlich kommen. Es ist sozusagen „technische Voraussetzung“ zum Börsenhandel.

Am besten stellt man sich das Konto in ähnlicher Form zum Girokonto vor. Auch dort wird penibel jegliche Transaktion und Überweisung vermerkt, der Kontostand stets aktualisiert und geführt.

Unterschied Verrechnungs- und Girokonto

Einen (wichtigen) Unterschied gibt es zum Girokonto dann aber doch. Es beinhaltet eben nicht eine Girofunktion (Giro = italienisch giro „Kreis, Umlauf“).

Man kann nicht vom Verrechnungskonto zu einem beliebigen externen Konto weiter überweisen. Lediglich der Zahlungsverkehr hin zu einem bei der Kontoeröffnung definierten Girokonto ist möglich.

Es dient damit tatsächlich ausschließlich der Abwicklung von Wertpapiergeschäften und lässt sich damit eher mit einem Tagesgeldkonto – wie wir es heute kennen vergleichen. Geld das dort liegt, ist täglich verfügbar und kann nicht am Schalter abgehoben werden, sondern muss zunächst wieder auf ein Girokonto umgebucht werden, ehe Rechnungen vom Online-Shopping und Co. beglichen werden können.

Konditionen: Kosten, Zinsen

Bei den allermeisten Brokern ist das Verrechnungskonto kostenlos. Umsätze sind genauso wie die Kontoführung kostenfrei. Manche Broker verzinsen sogar das laufende Guthaben, das gerade nicht in Aktien gesteckt wurde.

Die gute Nachricht für Kunden von Hausbanken: wer so oder so sein Girokonto bei der gleichen Bank führt, die auch die Depotverwaltung zu verantworten hat, dürfte mit diesem einem Girokonto auskommen. Im Zweifel hilft eine kurze Nachfrage beim Kundenberater.

Fazit

Jeder, der mit Aktien handelt, braucht auch ein Verrechnungskonto. Entweder kann das bei der gleichen Bank/Broker bestehende Girokonto genutzt werden, oder es wird alternativ ein mit dem Tagesgeldkonto vergleichbares Verrechnungskonto eingerichtet. Dieses ist meist im Paket zum Depotkonto enthalten.

Gute Broker zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch das kurzfristig auf diesen Konten verwaltete Kapital marktgerecht verzinsen.

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