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Streifbandverwahrung: Was ist damit gemeint?

Streifbandverwahrung als Depotverwaltung

Ein sehr seltener Fall der Wertpapierverwahrung ist die sogenannte Streifbandverwahrung. Hierbei gibt der Kunde seiner Bank die Wertpapiere zur separaten Aufbewahrung. Die Bank verwaltet diese im Auftrag des Kunden getrennt von den hauseigenen und den Beständen dritter Parteien wie etwa von anderen Investoren und Aktionären.

Getrennte Verwahrung ist Kennzeichen der Streifbandverwahrung

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine Aufbewahrungsart mittels eines Streifbandes („Papierschleife“), das um die Wertpapiere herumgelegt wird.

Das Synonym für die Streifbandwahrung lautet Sonderverwahrung.

Das verwahrende Institut verpflichtet sich gegenüber dem Hinterleger, die Anlagepapiere gesondert von den Depotkunden zu verwahren. Das Streifband wird äußerlich gut sichtbar mit dem Namen des Kunden und der Aufbewahrungsnummer gekennzeichnet. Bögen und Mantel werden aus Gründen der Sicherheit getrennt voneinander aufbewahrt.

Sicher nicht der Standard zur Depotverwaltung

Sind die zu hinterlegenden Effekten nicht für eine Girosammelverwahrung geeignet, werden sie mittels Streifbandverwahrung hinterlegt. Dies ist dann der Fall, wenn Wertpapiere nicht zu einer Sammelwahrung durch eine Wertpapiersammelbank zugelassen sind.

Auf expliziten Kundenwunsch erfolgt die Hinterlegung durch Streifbandverwahrung auch für effektive Stücke, die normalerweise durch Girosammelverwahrung verwaltet werden. Ohne ausdrücklichen Kundenwunsch erfolgt automatisch die wirtschaftliche und übliche Girosammelverwahrung.

Alle Wertpapiere innerhalb dieser Sonderverwahrung werden durch ein einziges Streifband verwahrt. Die Verwahrung nach Anschaffungsdatum erfolgt in der Regel nicht. Diese Sonderverwahrung ist ausschließlich Anleihen, Fondsanteilen und speziellen Aktien vorbehalten.

Vorteile bei Original-Urkunden

Vorteil und Besonderheit gegenüber Anlagepapieren in der Girosammelverwahrung bestehen darin, dass der hinterlegende Kunde seine eingelieferten Wertpapiere im Original zurück erhält. Er hat ein Herausgaberecht auf dieselben effektiven Stücke, die er eingeliefert hat.

Bei dieser Art der Sonderhinterlegung bleibt der Kunde Eigentümer der Wertpapiere, das heißt, sie fallen im Insolvenzfall nicht in die Konkursmasse.

Artikel § 2 Depotgesetz aus dem Jahr 1937 bestimmt die Anforderungen an die Streifbandverwahrung. Vinkulierte Namensaktien, nicht serienmäßig ausgeloste Aktien und Namensaktien ohne Blankoindossament werden durch Streifbandverwahrung aufbewahrt. Die wirtschaftliche Sammelverwahrung wird aufgrund der abweichenden Verwertbarkeit nicht eingesetzt, weil kein vergleichbares Miteigentum an diesen Inhaberpapieren entsteht.

Insgesamt wird diese spezielle Verwahrart bei den Banken und Brokern nur noch selten durchgeführt. Das liegt insbesondere daran, dass kaum noch originale Inhaberpapiere im Umlauf sind. Fast alle Bankgeschäfte werden in Sekundenschnelle vollständig digital abgewickelt.

Die Sonderverwahrung erfordert zudem natürlich einen deutlich erhöhten Verwaltungsaufwand der verwahrenden Bank, die ihren Kunden einen vergleichsweise hohen Gebührenaufpreis berechnet. Auch dieses macht die Bandverwaltung recht unattraktiv.

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