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Aktien und Anleihen – attraktive Anlageformen mit großen Unterschieden

Wo ist der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen?

Aktien und Anleihen sind feste Bestandteile des Finanzmarktes. Beide Arten der Wertpapiere verschaffen dem Herausgeber neues Kapital für neue Investitionen und bedeuten für den Erwerber dieser Wertpapiere eine attraktive Form der Geldanlage. Aufgrund dieser immer geltenden Gemeinsamkeiten, kommt es häufig vor, dass Aktien und Anleihen verwechselt oder fälschlicherweise als ein und dieselbe Form der Geldanlage betrachtet werden. Um das zu verhindern und die Geldanlage nicht auf falsche Tatsachen aufzubauen, ist es wichtig, sich mit den wesentlichen Unterschieden vertraut zu machen.

Die Herausgeber von Aktien und Anleihen

Die Unterschiede beginnen schon bei der Frage, wer solche Wertpapiere auf den Markt bringt.

Die Ausgabe von Aktien ist ausschließlich durch Aktiengesellschaften möglich, sodass ein Betrieb seine Unternehmensstruktur vollkommen auf die einer AG umstellen muss, um sein Kapital in Aktien aufzuteilen und an der Börse anzubieten.

Anleihen können dagegen von sehr viel mehr Anbietern ausgegeben werden. So kann jedes Unternehmen Anleihen anbieten, um sich auf diese Art und Weise liquide Mittel zu beschaffen. Aber auch Staaten verschaffen sich auf diesem Wege neue Gelder für anstehende Investitionen, wie zum Beispiel Deutschland durch die bekannten Bundesanleihen.

Das unterschiedliche Wesen der beiden Wertpapiere

Bei Aktien und Anleihen handelt es sich um Wertpapiere, die unterschiedlicher gar nicht sein können.

Das fängt schon rein rechtlich an.

Anleihe

Bei Anleihen handelt es sich um eine Art Kredit, den der Käufer dem Herausgeber gewährt. Somit wird der Herausgeber zum Kreditnehmer und Schuldner, der Käufer zum Kreditgeber und Gläubiger und die Anleihe an sich stellt eine Schuldverschreibung oder ein sogenanntes Gläubigerpapier dar.

Aktie

Bei Aktien dagegen leiht der Anleger dem Herausgeber kein Geld, sondern kauft mit der Aktie dauerhaft einen Anteil am Unternehmen. Dadurch wird die Aktie rechtlich gesehen zu einem Teilhaberpapier, mit dem der Inhaber zum Mitinhaber der Aktiengesellschaft wird.

Die verschiedenen Rechte der Wertpapierinhaber

Der Unterschied zwischen Anleihen und AktienAuch die mit dem Kauf enthaltenen Rechte der beiden Wertpapiere sind vollkommen unterschiedlich.

Anleihe

Wer eine Anleihe erwirbt, wird nicht zum Teilhaber des entsprechenden Herausgebers und erhält damit weder ein Recht auf eine Gewinnbeteiligung noch auf die Ausübung eines Stimmrechts für unternehmerische Entscheidungen.

Dafür hat er aber ein festes Recht darauf, am Ende der vereinbarten Laufzeit der Anleihe sein investiertes Geld zurückerhalten. Dabei bekommt er nicht nur die Investition, sondern auch die vereinbarte Verzinsung, die vom Emittenten der Anleihe als Gegenleistung für die Bereitstellung des Kapitals gezahlt wird.

Aktie

Der Käufer einer Aktie erwirbt als Miteigentümer des Unternehmens circa je ein Stimmrecht in der Hauptversammlung. Gleichzeitig hat er als Teilhaber einen Anspruch auf die Beteiligung am Gewinn der Aktiengesellschaft.

Diese erfolgt bei vielen Unternehmen auch in Form einer jährlichen Dividendenzahlung, die aber nicht garantiert ist, sondern von der Hauptversammlung beschlossen werden muss. Der Käufer hat allerdings kein Recht auf eine Rückzahlung seiner Investition und kann die Aktien nur durch einen Verkauf an der Börse und zum dann gültigen Aktienkurs verkaufen, um sie wieder in Geld umzuwandeln.

Die Renditechancen bei Aktien und Anleihen

Wer ein Wertpapier erwirbt, bezweckt damit in erster Linie die Erzielung von Gewinnen beziehungsweise einen Ertrag, um sein eigenes Kapital zu vermehren. Auch hier unterscheiden sich Aktien und Anleihen bedeutend.

Anleihe

Eine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier, für dessen Erwerb der Anleger – wie der Name vermuten lässt – einen fest vereinbarten Zinssatz erhält. Dabei gibt es verschiedene Varianten. Während bei den einen jährliche Zinsen ausgeschüttet werden, gibt es auch die Varianten, wo die Zinsen gesammelt am Ende der Laufzeit ausgezahlt oder schon beim Kauf vom entsprechenden Preis für die Anleihe abgezogen werden.

Vor allem steuerliche Gründe machen einen Vergleich der unterschiedlichen Varianten sinnvoll, die aber allesamt eine feste Zinszahlung und damit eine vorhersehbare Rendite beinhalten.

Aktie

Bei Aktien hingegen gibt es keine feste Verzinsung. Der Ertrag erfolgt zum einen über die eventuell von der Hauptversammlung beschlossene jährliche Rendite als direkte Beteiligung am Gewinn des Unternehmens, auf das man als Teilhaber der AG ein Anrecht besitzt.

Zum anderen erfolgen Gewinne im Aktiengeschäft durch die Kurssteigerung an der Börse, die aufgrund einer steigenden Nachfrage nach den Aktien durch positive unternehmerische Aussichten und Zahlen oder auch durch optimistisch stimmende Gerüchte entsteht. Kursgewinne können aber nur realisiert werden, indem man die Aktien dann verkauft und somit seinen Anteil am Unternehmen abgibt.

Die unterschiedlichen Risiken im Wertpapiergeschäft

Renditechancen bei Wertpapieren bedeuten auch immer gewisse Risiken, die sich bei Aktien und Anleihen auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise äußern. Bei beiden Wertpapierarten besteht für den Anleger das sogenannte Emittentenrisiko, vor allem bei Anleihen auch als Bonitätsrisiko bekannt. Werden Emittent von Anleihe oder Aktie zahlungsunfähig, werden beide Arten der Wertpapiere wertlos und das eingesetzte Kapital ist verloren.

Bei Anleihen ist das der Fall, weil das geliehene Geld nicht mehr zurückgezahlt werden kann und bei Aktien, weil der Kurs der Aktie ins Bodenlose fallen wird.

Bei Anleihen lässt sich feststellen, dass bei schlechterer Bonität eines Emittenten die entsprechenden Zinssätze höher ausfallen. Hierbei kann dann jeder für sich entscheiden, ob er das Risiko eingehen möchte, um dafür eine höhere Rendite zu erzielen. Bei Herausgebern mit guter Bonität sind die Zinssätze niedriger, bilden aber eine dennoch attraktive und vor allem sichere Geldanlage.

Anleihe

Gerade bei Anleihen ist zudem das Währungsrisiko eine nicht zu unterschätzende Gefahr, wenn die Wertpapiere nicht auf Euro lauten. Denn selbst wenn die Rendite hoch ist und auch eine Auszahlung des investierten Kapitals inklusive der versprochenen Zinsen erfolgt, kann eine zwischenzeitlich erfolgte Abwertung der entsprechenden Währung zu einem Verlust führen.

Eine Gefahr, die immer auch durch das Inflationsrisiko besteht, wenn der Zinssatz unter der jeweiligen Inflationsrate liegt.

Aktie

Das größte Risiko bei der Anlage in Aktien ist das der Kursverluste. Diese können aufgrund schlechter unternehmerischer Zahlen erfolgen, aus einer allgemein schlechten Wirtschaftslage resultieren oder auch einfach nur auf Gerüchte und Spekulationen zurückzuführen sein.

Gerade die Kursverluste durch die Spekulationsrisiken und eventuelle Panikverkäufe sind gefährlich, weil sie vollkommen aus dem Nichts entstehen und niemals vorhersehbar sind. Diese großen Risiken des Aktiengeschäfts lassen aber auch Raum für höhere Renditechancen.

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