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Was ist eigentlich ein Aberdepot? Vorteile & Nachteile aufgezeigt

Aberdepot als Werpapierverwaltung

Das Aberdepot ist auch unter dem Begriff Stückgutdepot bekannt. Diese Form der Wertpapierverwahrung ist heute kaum noch gebräuchlich. Sie wurde insbesondere bei der effektiven Stückgutaufbewahrung von Wertpapieranlegern verwendet.

Das Aberdepot unterliegt nicht wie andere Depotarten den Vorschriften des Wertpapierhandels- und Depotgesetzes (WpHG; DepotG), sondern den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Vertraglichen Grundlage des Aberdepot

Die rechtliche Grundlage des Aberdepots stellt ein privatrechtlicher Verwahrungsvertrag, durch den sich das verwahrende Institut gegenüber dem Überbringer verpflichtet, eine bewegliche Sache aufzubewahren (§ 688 BGB).

Im Fall der Wertpapierverwahrung erfolgt die Verwahrung effektiver Stücke in Form von Wertpapierurkunden. Diese werden heutzutage jedoch nicht mehr ausgegeben. Allenfalls bei Jubiläumsveranstaltungen wie Firmenjubiläen werden hier und da noch echte Aktienurkunden ausgegeben.

Viel öfter handelt es sich jedoch um Musteraktien-Urkunden ohne echten Wert.

Besonderheiten

Die Besonderheit dieser Wertpapierverwahrung besteht darin, dass der Verwahrer (die Bank) während der Aufbewahrungszeit nicht ausschließlich den Besitz an den hinterlegten Urkunden erlangt, sondern gleichzeitig der Eigentümer der verwahrten Sache wird.

Der Hinterleger (der Aktionär) hat lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch auf die Rückgabe bestimmter Wertpapiere in derselben Art und Menge.

Der Inhaber gibt seine dinglichen Rechte an den hinterlegten Wertpapieren auf und überträgt das Eigentum durch den privatrechtlichen Vertrag an das verwahrende Institut. Diese Erklärung muss er für jedes einzelne Verwahrgeschäft erneut abgeben.

Insolvenz der Bank = schlechte Karten

Im Fall der Insolvenz des Verwahrers ist der Hinterleger nicht berechtigt, einen Rückgabeanspruch in Form eines Aussonderungsrechtes geltend zu machen. Er wird vielmehr gleichrangig mit anderen Gläubigern behandelt.

Der Hinterleger kann dann entsprechend seinem Rang in der Gläubigerliste nur auf Ausgleich aus der Insolvenzmasse hoffen. Während der Verwahrzeit kann der Kunde ausschließlich die Rückgabe vertraglich vereinbarter Wertpapiere verlangen.

Die Vorteile des Aberdepots

Der Vorteil dieser Wertpapierwahrungsart ist, dass keine bis geringe Gebühren anfallen. In vielen Verwahrungsverträgen werden Gebühren nicht explizit vereinbart, sondern erlangen stillschweigend Wirksamkeit.

Ein Depot, an dem die hinterlegende Partei im Insolvenzfall keine Ansprüche auf Aussonderung aus der Konkursmasse erheben kann, ist in Deutschland nach dem Depotgesetz nicht vorgesehen.

Aus diesem Grund handelt es sich um eine unregelmäßige Verwahrung von Wertpapieren in Form einer Gutschrift, die kein Depotgeschäft im banküblichen Sinne darstellt. Die Vorteile dieser Verwahrmethode können die Nachteile aber nicht aufwerten, daher kommt ihr in der Praxis keine Relevanz mehr zu.

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